Die Grundlagen der indischen Kultur

CHF 32.50

und die Renaissance in Indien
Sri Aurobindo
ISBN  978-3-89427-711-6
Verlag: Aquamarin / vormals Hinder + Deelmann
410 Seiten, gebunden, 610 g

Kategorie:

Beschreibung

Zum Inhalt des Buches:
Sri Aurobindos unter diesem Titel zusammengefasste Aufsätze liefern ein einzigartiges Gesamtporträt der indischen Kulturgeschichte und ihrer Offenbarungen auf den Gebieten Religion und Spiritualität, Kunst, Literatur und Politik. Dabei werden die dem indischen Wesen eigentümlichen Strukturen bloßgelegt und als Basis einer von allen anderen Zivilisationen verschiedenen Kultur ausgewiesen. Insbesondere werden die Unterschiede zur westlich-abendländischen Kultur herausgearbeitet, angeregt durch die heftige Auseinandersetzung des Verfassers mit englischen „Kulturkritikern“ der ersten Jahrhunderthälfte. Die scharfe Zurückweisung der damals verbreiteten, heute auch westlicherseits widerlegten europäischen Indien-„Erkenntnisse“ beflügelt den Verfasser, in ausführlichen Analysen die Entwicklungen Indiens auf den verschiedenen kulturellen Gebieten einschließlich der Staatskunst sachlich-objektiv und zugleich tiefschürfend-interpretativ darzustellen, sowie rückhaltlos die späteren Fehlentwicklungen und das Nachlassen der schöpferischen Kraft zu vermitteln. „Wenn wir die rechte Sicht der indischen und jeder anderen Zivilisation anstreben“, schreibt Sri Aurobindo, „ist wichtig, dass wir uns an die zentralen, lebendigen, vorherrschenden Aspekte halten und nicht vom Wirrwarr der Nebensächlichkeiten und Einzelheiten irregeführt werden.“ Eine Zivilisation, eine Kultur müsse zuerst in ihren einleitenden, grundlegenden, dauerhaften zentralen Motiven, im Herzen ihres ständigen Prinzips betrachtet werden. Als solches arbeitet er für Indien heraus: „Die indische Kultur erkennt den Geist als die Wahrheit unseres Wesens und unser Leben als Wachstum und Entfaltung des Geistes. Sie erkennt das Ewige, das Unendliche, das Höchste, das Allwesen. Sie betrachtet dies als das verborgene höchste Selbst von allem. Das ist, was sie Gott, das Permanente, das Wirkliche nennt, und sie betrachtet den Menschen als die Seele und eine Kraft dieses Gott-Wesens in der Natur. Die fortschreitende Entwicklung des begrenzten Bewusstseins des Menschen zu diesem Selbst, zu Gott, zum Universalen, Ewigen, Unendlichen hin, mit einem Wort, das Wachsen in ein spirituelles Bewusstsein durch Entwicklung seines gewöhnlichen unwissenden natürlichen Wesens zur erleuchteten göttlichen Natur, ist für indisches Denken der Sinn des Lebens und das Ziel menschlichen Daseins.“ Darüber hinaus erfährt der Leser, dass Indien in seinen großen Epochen durchaus den Blick für die Bedürfnisse und Notwendigkeiten des niederen und äußeren Lebens hatte und deren Befriedigung sorgsam verfolgte, dass es sich den im Menschen grundangelegten Mächten in Handel und Gewerbe, in Handwerk und Kunsthandwerk, in der Gestaltung des sozialen Lebens auf allen Ebenen erfolgreich stellte, wenn es auch den geistigen Mächten stets den höheren Rang einräumte und am spirituellen Leitmotiv festhielt. Von daher fällt es dem Verfasser nicht schwer, äußere Einflüsse dort, wo sie überlegen sind, positiv zu bewerten und ihre Assimilation, ihre schöpferische Einbeziehung in die Entwicklung Indiens zu empfehlen. Andererseits sieht er Indiens seinsgeschichtliche Funktion darin, Bewahrerin der Spiritualität durch die Jahrtausende zu sein. Die Aufgabe eines (freien) Indien in der Welt von heute und morgen wird klar umrissen in der Definition dessen, was Renaissance (Wiedergeburt) für Indien bedeutet: „Die Wiederfindung der alten spirituellen Erkenntnis und Erfahrung in all ihrem Glanz, ihrer Tiefe und Fülle ist ihr erstes wesentliches Werk. Das Einströmen der Spiritualität in neue Formen von Philosophie, Literatur, Wissenschaft und kritischer Erkenntnis ist das zweite. Ein originaler Umgang mit den modernen Problemen im Licht des indischen Geistes und das Bemühen um eine größere Synthese spiritualisierter Gesellschaft ist das dritte und schwierigste. Ihr Erfolg in diesen drei Grundrichtungen bestimmt das Maß ihres Nutzens für die Zukunft der Menschheit.“